Arbeit mit Kindern
Vorstellung des Leitsatzes
Kinder erleben Gottes Liebe indem sie in der Gemeinde
Wertschätzung erfahren und durch
kindgerechte Verkündigung für ein Leben mit Jesus Christus
begeistert werden.
Der Leitsatz für die Arbeit mit Kindern drückt die Grundüberzeugung aus, die dem gesamten Arbeitsbereich als Basis dient. Er ist wie eine Leitlinie, anhand derer Ziele entwickelt, verfolgt und überprüft werden.
Die Formulierung dieser Grundüberzeugung in einem Satz hilft dabei, sie sich einzuprägen und präsent zu haben.
Das Basisteam für die Arbeit mit Kindern in der Evangelischen Gesellschaft hat diesen Leitsatz mit dem Ziel entwickelt, dass alle Gemeinden der EG eine gemeinsame Grundlage haben, anhand derer sie ihre Arbeit mit Kindern ausrichten und gestalten.
Um die Gemeinden in der Umsetzung des Leitsatzes zu unterstützen, entwickelt das Basisteam unter der Leitung des Kinderreferenten fortlaufend Material, Schulungen und weitere Hilfestellungen.
Den Flyer zum Leitsatz und den theologischen Grundlagen könnt ihr "hier" downloaden. (PDF 571kb)
Biblische Grundlagen für die Arbeit mit Kindern
Gottes Liebe gilt allen Menschen
Wenn wir in
Johannes 3, 16
davon lesen, dass Gott alle Menschen so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn Jesus für uns Menschen hingab, damit alle gerettet werden, die daran glauben, dann gilt dies auch allen Menschen, egal ob groß oder klein. Gott liebt Kinder und sie sind ihm ebenso wichtig, wie alle anderen Menschen auch.
Genauso gilt auch der Missionsbefehl Jesu (
Matthäus 28, 19
) ausnahmslos für jedes Alter. Hier unterscheidet Gott ebenfalls nicht zwischen Jung und Alt. Der Auftrag, Menschen von ihm zu erzählen, umfasst jede Altersstufe. Alle sollen zu seinen Nachfolgern werden.
Jesus liebt Kinder – sie sind ihm wichtig
Während seiner dreijährigen Wirkungszeit in unserer Welt machte Jesus immer wieder deutlich, wie wichtig ihm gerade Kinder sind.
- Er befahl seinen Jüngern, Kinder zu ihm kommen zu lassen, nahm diese in die Arme und segnete sie (
Markus 10,13-16
). In dieser Begebenheit wird die liebevolle Art deutlich, mit der Jesus Kindern begegnete. Im Gegensatz zu seinen müden und gestressten Jüngern ist es ihm ein Anliegen, auch Kindern seine Nähe anzubieten.
- Er kümmerte sich um sie, indem er sie gesund machte (
Johannes 4, 46-53
) oder vom Tod auferweckte. (
Markus 5, 35-42
)
- Jesus erklärte Kinder zu Glaubensvorbildern für Erwachsene (
Matthäus 18, 3
) und stellte sie unter seinen Schutz (Vers 6 & 10). Er machte seinen Zuhörern sehr deutlich, dass es Gottes Wille ist, dass keines der Kinder verloren geht. Gott freut sich sehr darüber, wenn ein Kind zum Glauben kommt. (Vers 14)
Der Auftrag Gottes
Gott gibt uns in seinem Wort wiederholt den Auftrag, Kinder zu unterweisen und ihnen von seinen Taten zu erzählen.
Die Verse 9 & 10 aus 5.Mose 4 sind zunächst an das Volk Israel gerichtet, gelten uns heute aber genauso. Achtet darauf, dass ihr nicht vergesst, was ihr mit Gott erlebt habt und erzählt es euren Kindern weiter.
In 5.Mose 6,6&7 wird dies nochmals aufgegriffen: Behaltet meine Gebote und prägt sie euren Kindern ein.
Die Kinder sollen lernen, Gott ernst zu nehmen und ihm zu gehorchen. ( 5.Mose 31, 13 )
In diesen Versen wird besonders die Verantwortung der Erwachsenen hervorgehoben, die sie gegenüber den Kindern haben. Durch ihr zeugnishaftes Erzählen des eigenen Erlebens und ihren eigenen Umgang mit den Geboten Gottes sollen den Kindern Gott, seine Taten und seine Gesetze nahegebracht werden.
Eine zentrale Bibelstelle für die Arbeit mit Kindern ist der Psalm 78 ,1-8 ). Hierin erinnert Asaf seine Zuhörer an die Führung Gottes, die ihre Vorfahren vor langer Zeit erfahren haben. Dies ist möglich, da diese Erlebnisse über Generationen weiter erzählt wurden. Er ermutigt sie dazu, auch ihren Kindern von der Macht Gottes, seinen Wundern und allen seinen Taten zu erzählen. Dies ist ein Gebot Gottes (Vers 5), damit alle kommenden Generationen davon erfahren und sich an seine Gebote halten. (Vers 7)
In der Bibel finden wir einige Begebenheiten, in denen Gott im Leben von Kindern handelt und sie in seinen Heilsplan einbaut. Er schenkt einem jungen Josef Träume, um ihn auf seine Zukunft vorzubereiten ( 1. Mose 37 ), er bewahrt den Säugling Mose vor dem Tod und lässt ihn ins Königshaus kommen ( 2.Mose 2 ) und er spricht zu dem kleinen Samuel, um ihm seinen Plan mitzuteilen ( 1.Samuel 3 ). Josia war als achtjähriger Junge schon König des Volkes Israel und regierte nach Gottes Geboten und Weisungen.
Kinder können sich für Jesus entscheiden
Wenn Gott im Leben von Kindern wirkt und er uns den Auftrag gibt, Kinder zu lehren, dann folgt daraus, dass Kinder sich für ein Leben mit ihm entscheiden können. Wenn Kinder lernen sollen, Gott zu gehorchen ( 5.Mose 31, 13 ), dann beinhaltet dies auch eine Umkehr von der Sünde hin zu Gott.
Jesus stellt den Glauben der Kinder als vorbildlich für die Erwachsenen dar ( Matthäus 18, 3 ). Für diesen Glauben ist eine Entscheidung für Gott die Voraussetzung.
Wie eingangs schon erwähnt, gilt Gottes Liebe allen Menschen. Alle, die an ihn glauben, werden nicht verloren gehen ( Johannes 3, 16 ) und alle, die ihn aufnehmen, macht er zu seinen Kindern ( Johannes 1, 12 ). Das gilt für alle Menschen, also auch für Kinder.
Es gibt aber Menschen, die daran zweifeln, dass Kinder die Bedeutung von geistlichen Wahrheiten und die Notwendigkeit der eigenen Rettung verstehen können.
Dem kann man entgegensetzen, dass es dabei nicht nur auf Verstand und Intellekt ankommt, sondern vor allem auf den Geist Gottes, der uns geistliche Wahrheiten aufzeigt und verständlich macht ( Johannes 16, 8-12 ). So hilft er auch Kindern, Gottes Werk für ihr Leben zu verstehen und anzunehmen. Aufgabe der Erwachsenen ist es, ihnen die Bibel kindgerecht zu erklären.
Aus den Erfahrungen der Kirchengeschichte und der jüngeren Vergangenheit wissen wir, dass Menschen sich schon im Kindesalter für ein Leben mit Gott entschieden haben. Hier einige Beispiele:
Polycarp (Bischof von Smyrna im 2. Jahrhundert, mit 9 Jahren)
Lord Shaftesbury (der bekannte englische Reformator, mit 8 Jahren)
Corrie ten Boom (mit 5 Jahren)
Daniel Knöß (Kinderreferent der EGfD, mit 6 Jahren)
Verantwortung der Gemeinde den Kindern gegenüber / Vorschläge zur Umsetzung
Als Mitarbeiter und Mitglieder in der Gemeinde stehen wir vor Gott in der Verantwortung, seinem Auftrag nachzukommen und Kindern das Evangelium auf verständliche Art und Weise nahe zu bringen. Dies geschieht, indem die Mitarbeiter in den Kinder- und Jungscharstunden Geschichten und Lehreinheiten kindgerecht erzählen und dafür sorgen, dass Kinder sich in der Gruppe wohlfühlen (Liebe Gottes praktisch erleben).
Es gehört zur Aufgabe aller Gemeindeglieder, dass Kinder ihren Platz in der Gemeinde finden und sich zugehörig fühlen. Gottesdienste, in denen Jung und Alt gemeinsam Gott loben und erfahren, sind hierbei eine große Hilfe.
Erwachsene Gemeindeglieder sind den Kindern ein Vorbild im praktischen Leben des Glaubens. Sie können Kindern dadurch helfen, sich für ein Leben mit Gott zu interessieren, sich dafür zu begeistern und ihren Alltag mit Gott zu leben. Sie haben außerdem auch gemeindefremde Kinder im Blick und richten ihre missionarischen Aktionen auch auf Kinder aus.
Die Gemeinde unterstützt Eltern darin, Kindern schon früh den Glauben zu vermitteln und sie für ihren Alltag stark zu machen.
(als Mitglieder, Mitarbeiter und Leiter)
entscheidend die Gemeinde von morgen!